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Die GDL und die DB, der DGB und die Politik, alles für den Bürger



Die Gewerkschaft der Lokführer GDL bereitet den nächsten Streik bei der DB vor. Soll nun bei der Bevölkerung, die in weiten Teilen abhängig von der DB ist, Verständnis dafür gezeigt werden? Fakt ist hierbei nur, dass der falsche Teil der Bevölkerung betroffen ist, nicht nur Urlaubsfahrer die evtl. auch mal auf eine Urlaubsfahrt verzichten können, sondern die Millionen Bürger die selber Arbeitnehmer sind und lediglich ihre Arbeitsstätte erreichen müssen, also im erweiterten Sinn Kollegen der DB Beschäftigten. Getroffen werden mit Sicherheit die falschen Personen und somit kann auch das Verständnis nur relativ gering ausfallen.

Verständnis für die GDL (gehört dem Deutschen Beamtenbund an) kann nur in soweit bestehen, dass diese Spartengewerkschaft sich von dem Gewerkschaftsfilz einiger DGB Gewerkschaften abkoppelt. Zu groß ist z. B. bei der Dienstleistungsgewerkschaft VERDI, die Nachfolgegewerkschaft der ÖTV die mit unter auch das Transportgewerbe des ÖPNV vertritt, der entstandene Filz zwischen Politik und Gewerkschaftsvertretern. Hier gibt es bereits schon obligatorische 1 bis 2 Streiktage, je nach ausgehandelten neuen Tarifvertragswert, (gehaltszahlungsfreie Tage der kommunalen Arbeitgeber) während den Tarifverhandlungen um die ausgehandelten Gehaltserhöhungen zwischen kommunalen Arbeitgebern und deren Beschäftigten paritätisch aufzuteilen. Mit diesen Aktionen hat die Gewerkschaft VERDI ihren letzten Funken Glaubwürdigkeit verloren. Hinzu kommen Postengeschacheraktionen hochdotierter Stellen zwischen kommunalen Arbeitgebern, Kommunalpolitik und Vertretern der Gewerkschaften, wobei dann die wahren Charaktereigenschaften bestimmter Personen zu Tage getragen werden. Mit dem zunehmenden Reichtum und dem Mehr an persönlichen Annehmlichkeiten ändert sich die Gesinnung der Menschen. So werden politisch gewollt Arbeitnehmervertreter zu Arbeitgebervertreter, die dann für Geld die neuen Wendehälse der Nation bilden.

Natürlich starten die Spitzenfunktionäre der GDL ihre Aktionen nicht selbstlos, auch sie wollen den Ruhm von ihren Mitgliedern ernten. Allerdings ist es relativ unwahrscheinlich, dass Gewerkschaftsführer der GDL einen hochdotierten Spitzenposten bei der DB erhalten. Hier ist der Filz noch nicht so erkenntlich wie bei den DGB Gewerkschaften, wo Gewerkschaftsführer auch Bundesminister werden. Jedoch geht die DB den Weg anders herum und holt Politiker in ihr Management. Zahlt mal eben 1,7 Millionen Jahresgehalt auf Kosten ihrer Fahrgäste, in Erwartung evtl. Vorteile zu der aktiven Politik. Vielleicht auch nur um einer bestimmten Person zu größeren Reichtum zu verhelfen. Auch dieses ist ein Grund solidarisch mit der GDL zu sein, denn die Lokführer verrichten den Dienst an dem Bürger und nicht abgehalfterte Politiker. Für dieses unnötig gezahlte Geld könnte die DB etliche neue Lokführer einstellen, welches dann auch zum Vorteil der Bürger geschieht, denn die Zugausfälle aufgrund Personalmangel werden geringer.

Das Negative an diesen für die Bevölkerung unangenehmen Aktionen ist der entstandene Gewerkschaftskrieg. Wie in der Politik geht es auch bei den Gewerkschaften ausschließlich um Macht und Geld. So verlangt der DGB von der „vervetterten SPD“ ein Tarifverhandlungsverbot der Spartengewerkschaften die nicht unter seinem Dach beheimatet sind (Gesetz ist in Arbeit, wahrscheinliche Verabschiedung Sommer 2015). Im Fall der DB hat so ein Verbot mit Sicherheit für die betroffenen Bürger einen großen Vorteil, denn die Streikgefahr würde sich wahrscheinlich bei der DB ebenfalls auf 1 bis 2 Streiktage, analog VERDI, während den Tarifverhandlungen beschränken, denn es besteht dann die gleiche Vetternwirtschaft zwischen der Gewerkschaft EVG und DB, wie zwischen VERDI und dem kommunalen Arbeitgebern. Für die Lokführer hätte es verheerende Auswirkungen denn sie würden nicht mehr hinreichend vertreten, ähnlich der Straßenbahn- und Busfahrer durch VERDI. Die Personale die für den Sinn eines Verkehrsunternehmens tätig sind, werden von den Großgewerkschaften des DGB ungleich schlechter gestellt gegenüber den Beschäftigten des riesigen und in weiten Teilen überflüssigen Verwaltungsapparat der öffentlichen Verkehrsbetriebe.

Das ein großer Bevölkerungsteil heute in Abhängigkeit zu der DB steht, ist alleinig der Politik zuzuschreiben. Jahrelang, über alle Parteigrenzen hinweg, propagandierten die Politiker das für jedem Arbeitnehmer eine Entfernung bis zu 100 Kilometer zu seinem Arbeitsort zumutbar ist. Aber wie der Arbeitnehmer dorthin gelangen kann, dazu geben die Personen mit Dienstwagen und Fahrer keine Erklärung ab. Aufgrund überlasteter Infrastruktur und hoher Unterhaltungskosten des eigenen PKW sind weite Wege nur mit der Bahn zurückzulegen. Somit brachte die Politik ihre Bevölkerung in die Abhängigkeit zur DB, auch mangels Alternativen. Das die DB unzuverlässig wurde, nachdem die Politik diese zum Manager geführten Konzern umbaute, ist ebenso in der politischen Verschuldung zu suchen, sowie das die Politiker bei den massenhaften Verspätungen, Zugausfällen und Streikaktionen ihre Bevölkerung im Regen stehen lassen. Dieses gehört alles zu der politischen Normalität in Deutschland, wo eine Verfilzung zwischen Politik und Konzern gegeben ist (nichts hören, nichts sagen, nichts sprechen, die Mentalität der drei Affen). Aber an dem Filz will weder die GDL im Verband mit dem Deutschen Beamtenbund, noch der DGB etwas ändern. Schließlich profitieren alle Spitzenvertreter dieser Organisationen gemeinsam mit den Politikern von dem „politischen Filz“.

Zu diesen Themen möchte ich jedoch hinzufügen, dass dieses ausschließlich meine private Meinung ist und in keiner Weise mit irgendeinem Verkehrsunternehmen im Zusammenhang steht.

Artikel, Oktober 2014

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