Wünsche allen Besuchern dieser informativen, privaten Homepage einen guten Abend!

Die Vorteile des niederflurgerechten Haltestellenausbaus, insbesondere Buskaps, für den mobilitätseingeschränkten Fahrgast sowie der Wirtschaftlichkeitsfaktor als Element von Beschleunigungsmaßnahmen



Der Anteil der Behinderten unter der deutschen Gesamtbevölkerung (82.057.000) beträgt bei den über 60-jährigen 4.265.800 (5,20%), bei den 25-bis 60-jährigen 2.100.800 (2,56%) und bei den unter 25-jährigen immer noch 254.500 (0,31%). Dieses entspricht einem Gesamtvolumen von 6.621.200 (8,07%) behinderten Menschen innerhalb der Bundesrepublik Deutschland.

Der Qualitätsvorteil

Durch die verbesserten Einstiegsbedingungen wird allen Fahrgästen, insbesondere den mobilitätseingeschränkten, die Nutzung der Fahrzeuge erheblich erleichtert und somit der Anreiz geschaffen, Fahrgäste zu halten und neue zu gewinnen.

Die fahrgastfreundliche, niederflurgerecht ausgebaute Haltestelle bietet enorme Vorteile gegenüber einer normalen Haltestelle. Beim Ausbau dieser Haltestellen wird auf eine tangentiale Anfahrbarkeit besonders geachtet. Dieses bedeutet, dass ein Überstreifen des Bussteiges vermieden wird und ein gleich geringer Abstand zwischen Bord und Fahrzeug beim Halten besteht. Durch die fast niveaugleiche Ein- und Austiegshöhe in Zusammenhang mit einem Niederflurfahrzeug in einseitiger „Kneeling Stellung“ wird eine behindertengerechte Zugangsmöglichkeit, insbesondere für Rollstuhlfahrer, geschaffen. Dieses wird durch einen 18 cm, bei nicht tangentialer Anfahrmöglichkeit 16 cm, hohen Sonderbordstein (Formstein) erreicht. Bei einer Haltestellenausbildung als Busbucht ist eine tangentiale Anfahrmöglichkeit (ohne Überstreifen des Bordes) nur bei einer ausreichenden Länge von mindestens 60 m, einschließlich der Ein- und Ausfädelungsstrecke, gegeben. Die Fahrgastwartefläche sollte sich in der Farbgestaltung deutlich gegenüber den anderen Verkehrsräumen abheben. Durch diese eindeutige Farbgebung wird der Haltestellenbereich gegenüber dem Gehweg kenntlich gestaltet. Für Blinde bzw. stark sehbehinderte Fahrgäste (wobei die Gruppe der Sehbehinderten die Mehrzahl bildet) kommen taktile Sehhilfen zum Einsatz. Hier bieten sinusprofilierte Leitplatten die beste Alternative, die durch Erkenntnisse aus Gesprächen mit regionalen Behindertengruppen sowie aus einschlägiger Fachliteratur als die positivste Lösung anzusehen ist. Die Verlegung der taktilen Leitplatten erfolgt als Warn- und Orientierungsstreifen sowie als Aufmerksamkeitsfeld, wobei das Aufmerksamkeitsfeld in Noppenstruktur auszulegen ist. Dieses dient der eindeutigen Kenntlichmachung der Position des Haltebereiches der vorderen Bustür, wo dann die direkte Kontaktaufnahme zu dem Fahrer möglich ist. Des Weiteren ist eine deutliche Hell-Dunkel-Abgrenzung einzuhalten. Die Positionierung des Fahrgastunterstandes kann bei dieser Art Haltestelle, wenn die örtlichen Gegebenheiten dieses zulassen, so optimiert werden, dass bis zu dem Einstieg noch ein ausreichender Wetterschutz gegeben ist.

Der Wirtschaftlichkeitsfaktor

Die Vorteile des niederflurgerechten Haltestellenausbaus liegen neben den verbesserten Einstiegsbedingungen vor allem in dem Element der Beschleunigungsmaßnahmen. Durch die Verkürzung der Fahrgastwechselzeiten, ca. 3 bis 5 Sekunden pro Haltestelle, die durch die Ausbildung der Haltestellen zu Buskaps in Verbindung mit LSA-Beeinflussung erreicht werden, können Einsparungen von Kursen in einem Umlauf erreicht werden. Zudem wird eine kürzere Fahrzeit für die Fahrgäste ermöglicht, die zu einem Zugewinn neuer Kunden führen kann.

Bei der niederflurgerechten Ausbildung einer Haltestelle wird die Lösung des „Buskap“ bevorzugt. Die Vorteile dieser Bauweise ergeben sich aus folgenden Positionen:

  • Größere, besser einsehbare Fahrgastwartefläche, bessere Aufstellmöglichkeiten für einen Fahrgastunterstand.
  • Keine gegenseitigen Beeinträchtigungen zwischen Fahrgästen, Fußgängern und Radfahrern, bessere Radwegführungen sind möglich.
  • Leichtere An- und Abfahrt, keine Behinderung durch parkende Fahrzeuge.
  • Höherer Fahrgastkomfort durch Wegfall von Richtungsänderungen.
  • Geringerer Wegfall von Parkplätzen gegenüber Halt am Fahrbahnrand oder in der Bucht.
  • In verkehrsberuhigten Gebieten zusätzlicher Effekt durch in der Fahrbahn haltenden Bus.
  • Geringere Baukosten als eine Haltebucht.
  • Nachteile sind nicht erkennbar.

Niederflurbushaltestelle als KAP-Lösung





Wenn die Möglichkeit der Kap-Lösung nicht besteht, bietet sich als Alternative die Haltestelle am Fahrbahnrand an.

Die Vorteile dieser Bauweise ergeben sich aus folgenden Positionen:

  • Geringere Baukosten.
  • Kein zusätzlicher Platzbedarf.
  • Einfache Unterhaltung, Reinigung und Schneeräumung.


Die Nachteile:

  • In der Regel kleine Wartefläche, oft gemeinsam mit Fuß und Radweg, teilweise keine Aufstellung von Fahrgastunterständen möglich, Nutzungskonflikte.
  • Häufige Behinderungen durch widerrechtliches Parken.
  • Komfortminderung durch jeweils zwei doppelte Richtungsänderungen.
  • Zeitverluste bei der Anfahrt und beim Wiedereinfädeln in den fließenden Verkehr.
  • Häufige Behinderungen bei der Anfahrt durch unmittelbar am Fahrbahnrand stehende Bäume und Einbauten.
  • Häufig schlechte Einsehbarkeit der Wartefläche.


Niederflurbushaltestelle am Fahrbahnrand





Niederflurbushaltestelle als Bucht ausgebildet

Busbuchten sollten nach Möglichkeit keine Berücksichtigung finden. Vorteile dieser Bauweise sind nicht erkennbar. Busbuchten sind nur erforderlich bei folgenden Punkten:

  • An Schnellverkehrsstraßen.
  • Bei regelmäßigen längeren Haltestellenaufenthaltszeiten.
  • Bei der Einnahme von Liegezeiten.

Die Nachteile:

  • In der Regel kleine Fahrgastwarteflächen, oft gemeinsame Nutzung mit Fuß- und Radwege, teilweise keine Aufstellung von Fahrgastunterständen möglich, Nutzungskonflikte.
  • Häufige Behinderungen durch widerrechtliches Parken.
  • Komfortminderung durch jeweils zwei doppelte Richtungsänderungen und Belagwechsel.
  • Zeitverluste bei der Anfahrt und beim Wiedereinfädeln in den fließenden Verkehr.
  • Hoher Platzbedarf (Regellänge ca. 65 m), Verlust von bis zu 10 Parkplätzen.
  • Relativ hohe Baukosten, unverhältnismäßig hoher Aufwand angesichts der mittleren Aufenthaltszeit von 8 – 15 Sekunden.
  • Zusätzlicher Aufwand für Straßenreinigung und Schneeräumung.



Aus diesen vorliegenden Gründen sollte auf den niederflurgerechten Ausbau der Haltestellen, insbesondere der Lösung als Buskap, nicht verzichtet werden.

Weitere Haltestellenformen

Straßenbahnhaltestelle in Mittellage



Bushaltestelle in Mittellage mit Seitenbahnsteigen



Kombinierte Straßenbahn / Bushaltestelle in Mittellage mit Seitenbahnsteigen



weitere Informationen zur Haltestellenplanung, hier!