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Teamarbeit im Öffentlichen Dienst

Umstrukturierungen und Teamarbeit in Nahverkehrsbetrieben



Ergebnisse von Umstrukturierungen in Betrieben des Öffentlichen Dienstes sind oft von nicht nachvollziehbaren Strukturen begleitet. Der eigentliche Sinn sollte Einsparungen von Steuermitteln heißen, doch dieses Ziel wird selten erreicht. Zum einem, weil wirkliche Einsparungen politisch nicht wünschenswert sind und zum anderen das gut bezahlte Positionen erhalten bleiben und möglichst in einer ausbaubaren Struktur Verwendung finden.

Bei öffentlichen Nahverkehrsbetrieben folgte man in der Regel zwei Varianten. Bei der ersten Variante wurde der Fahrbetrieb, also das Kerngeschäft, ausgegründet und zu einer eigenständigen Firma verlegt. Dieses erbrachte den Vorteil, dass Tarifverträge zu umgehen waren und über Lohndumping Einsparungen erzwungen wurden. Diese Vorgehensweise schaffte Billiglohnarbeitsplätze über Ausbeutung bei dem Fahrpersonal, die eigentlich den Sinn eines Nahverkehrsunternehmens tragen. Diese Einsparungen kommen jedoch nicht im vollen Umfang den Kommunen als Träger der Nahverkehrsleistungen zu Gute, sondern vordergründig der Aufblähung des Verwaltungsapparates des Verkehrsunternehmens. Mit fadenscheinigen Argumenten werden Stellen erschaffen oder zwangserhalten, die eine Attraktivitätssteigerung des ÖPNV versprechen aber nur das Gegenteil eintreten lassen. Politisch gewolltes Lügen zur Stellenbeschaffung von Akademikern die in der globalen Wirtschaft keine Verwendung finden bzw. parteipolitische Aktivitäten nachweisen und deshalb als förderungsfähig anzusehen sind.

Bei der anderen Variante blieb das Verkehrunternehmen als Einheit erhalten, jedoch wurde der Fahrbetrieb mit einer zweiten Tarifebene beglückt. Hier verblieb die Ausgründung im eigenen Unternehmen, indem die Gehaltsstufe in der Struktur einfach um eine Position nach unten geschoben wurde. Im Prinzip fast das gleiche Resultat, nur das die verantwortlichen Unternehmensführer sich persönlich rühmen durften die Einheit des Verkehrsunternehmens gewahrt zu haben. Die Verfahrensweise der Bestückung des Verwaltungsapparates ist jedoch gleich der ersten Variante. Es wäre auch sonst politisch nicht anders zu rechtfertigen, denn schließlich müssen für nicht so ganz verwertbare Akademiker und treuen Parteisoldaten Positionen im Öffentlichen Dienst findbar bleiben.

Als weiteres nachdeckenwürdiges Beispiel ist die Einführung von Teamarbeit zu bewerten, die global für alle Unternehmensteile eingeführt wurde. Es wird hierbei nicht nach Sinn und Effektivität gefragt, es wird alles gleich geschaltet. Ein Beispiel dem Fahrdienst betreffend: Früher leiteten und disponierten zwei Personen einen Betriebshof mit ca. 300 Fahrern, heute sind es 10 mit Teams von je 30 Fahrern und zusätzlich noch einem weit höher bezahlten Betriebshofleiter. Die Gehaltsstufen der 10 Teamleiter sind die Gleichen der früheren zwei Leiter. Also die fünffache Kostensteigerung der Gehälter für Führungskräfte als Teamleiter plus einem Betriebshofleitergehalt, mit gleichzeitiger Einsparung der um eine Position abgesenkten Gehälter der Fahrer. Im Endeffekt eine Gesamtabsenkung der Gehaltskosten, jedoch auch der Arbeitsmoral. Die Verantwortlichen dachten durch Teamarbeit die Arbeitsmoral zu erhöhen, mehr Führungskräfte mit schlechter entlohnten Arbeitskräften, um die Einzelbereitschaft im Team mit Verantwortung zu verknüpfen. Das dieses Modell zum scheitern verurteilt war, konnte sich jeder der mit dieser Materie vertraut ist denken. Gehaltsabzug und mehr Führungskräfte kann nicht funktionieren. Fahrer bleibt ein Einzelarbeitsplatz und ist keine Teamarbeit, folge dessen denkt jeder Fahrer nur an sich selbst. Es sollte die Arbeitszufriedenheit gestärkt werden und somit der Krankenstand gesenkt. Die Arbeitszufriedenheit ist gestärkt, aber der Krankenstand verdoppelt und verdreifacht. Kostenersparnis also nicht erkennbar, aber gut bezahlte Positionen für bestimmte Personen geschaffen. Typisch Öffentlicher Dienst.

Doch Teamarbeit wurde auch in anderen Unternehmensteilen eingeführt, welches oftmals Einzelarbeitsplätze sind. Hier wurden Einzelarbeitsplätze in Großraumbüros gelegt, wo jeder unterschiedliche Aufgaben auszuführen hat. Die Denkensweise der Verantwortlichen war darin begründet transparente und kommunikative Arbeitsplätze zu schaffen. Doch weil die Aufgaben dieser zusammengewürfelten Teams unterschiedlicher Art sind, entstand lediglich ein Kommunikationsbüro für alle Themen dieser Welt. Nun sind nicht alle Beschäftigten innerhalb eines Großraumbüros im Besitz der gleichen Intelligenz und im Öffentlichen Dienst ist ebenfalls die Intelligenz nicht dem Gehalt angepasst, somit versuchen einige hochbezahlte Spezis ihre aufgetragenen Arbeiten anderen ausführen zu lassen. Dieses geschieht dann weniger aus mangelnder Intelligenz heraus, sondern mehr aus purer Faulheit. Denn im Öffentlichen Dienst ist es im Verwaltungsbereich immer noch möglich nach der Devise „stell dich Doof, dann ergehts dir gut“ seine Arbeit zu verrichten. Vielleicht ist so etwas der Grund der Verantwortlichen gewesen Großraumbüros und Teamarbeit im Verwaltungsbereich einzuführen um bestimmte Angestellte unauffällig zu integrieren. Das dabei die Arbeitsleistung im Gesamten abnimmt, ist derzeit im Öffentlichen Dienst noch nicht zu hoch zu bewerten. Solange noch die Arbeitsleistung mit gelogenen Stundenzetteln nachgewiesen werden kann und sich dann für die Archivierung auch noch die Berechtigung eines Arbeitsplatzes finden lässt, stehen im Beamtenstaat Deutschland noch genügend freie Stellen für sonst nicht benötigte Akademiker zur Verfügung. Des Weiteren kommen noch diverse Besitzstandsregelungen dazu, die ein einmal erzieltes Gehalt auf Dauer tätigkeitstunabhängig sichern. Egal welche Beschäftigungsart im nachhinein auszuführen ist, die einmal erreichte persönliche höchste Gehaltsgruppe hat bis zum Eintritt in den Ruhestand Bestandsschutz. Dieses ist ebenfalls bei einem Versagen in der aufgetragenen Position gültig, wenn nicht unternehmensseitig grobe Fahrlässigkeit nachgewiesen werden kann.

Teamarbeit eignet sich auch hervorragend für einige Spezies, die es verstehen andere für sich arbeiten zu lassen und dabei noch in der Gehaltshierarchie aufzusteigen. Diese Personen schmücken sich gerne mit fremden Federn, indem sie je nach Bedarf an unterschiedlichen Stellen viel dummes Zeug reden und dabei die Unkenntnis ihrer Gesprächpartner geschickt ausnutzen. Auch spielt hier das schauspielerische Talent, sowie gute Beziehungen zu Führungsebenen eine ausschlaggebende Rolle. Bis ein wirklich intelligenter Mensch dieses zweifelhafte Vorgehen bemerkt, haben diese Speziesarten längst ihr Ziel einer hohen Gehaltseingruppierung mit festgeschriebener Sicherung erreicht, sodass sie sich bis zum Renteneintritt auf einem hoch dotierten Abschiebeposten ausruhen können.

Jedoch hat die Arbeitspsychologie in der letzten Zeit Erkenntnisse erworben, dass Teamarbeit und Großraumbüros doch nicht die erhofften Ziele bewirken. So ist man nach jahrelanger Erforschung zu dem Ergebnis gelangt, dass Einzelarbeitsplätze die Kreativität und das Denken fördern. Was eigentlich der Normalität entspricht, setzt sich vielleicht nach dem Erkennen der Psychologen nun doch irgendwann durch. Zu hoffen bleibt es auch im Sinn des Öffentlichen Dienstes und zum Wohl des Steuerzahlers.


Zu diesen Themen möchte ich jedoch hinzufügen, dass dieses ausschließlich meine private Meinung ist und in keiner Weise mit irgendeinem Verkehrsunternehmen im Zusammenhang steht.

Artikel, Januar 2015

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