Zugsicherungssysteme
Zugsicherungssysteme sind Einrichtungen zur Sicherung von Zugfahrten
einer Bahn . Erste Zugsicherungssysteme bestanden in Eisenbahnsignalen
die lediglich Informationen an den Fahrzeugführer
übermittelten.
Bei geringen Geschwindigkeiten ist die Sicht-Fahrt wie bei
Straßenbahnen möglich. Bei diesen kommen als
technische Zugsicherung meistens Fahrsperren an Weichen als besonderen
Gefahrenpunkten zum Einsatz
Bei höheren Geschwindigkeiten muss eine Fahrt im Raumabstand
bzw. in Streckenabschnitten erfolgen. Der Triebfahrzeugführer
wird dabei von einer übergeordneten Fahrdienstleitung mit den
Signalen über die zu erwartenden Bedingungen auf dem
vorausliegenden Streckenabschnitt informiert. Gegebenenfalls kann und
muß der Triebfahrzeugführer je nach den gegebenen
Signalen vorausschauend die Fahrt regulieren.
Weiterentwickelte Systeme griffen dagegen in den Fahrbetrieb direkt ein
indem sie etwa bei Missachtung von Signalen durch eine mechanische
Einrichtung am Zug eine selbsttätige Bremsung
auslösten. Solche Zugsicherungssysteme wurden in
größerem Stil nach dem zweiten Weltkrieg
eingeführt als der Eisenbahnverkehr stark zunahm und die
Gefahr von Kollisionen durch Nichtbeachten von Signalen wuchs.
Solche Systeme sind zum Teil noch bei S-Bahnen in Betrieb. Die
ältesten noch im Gebrauch stehenden Systeme können
nur die beiden Informationen Warnung und Halt auf das Triebfahrzeug
übertragen. Die Übertragung erfolgt an den Punkten wo
die Empfangseinrichtungen im Gleis eingebaut sind. Deshalb werden diese
Systeme auch Zugsicherungen mit punktförmiger Zugbeeinflussung
genannt.
Mit zunehmender Dichte des Zugverkehrs wurde es erforderlich die freie
Strecke zwischen zwei Bahnhöfen in zahlreiche
Streckenblöcke zu unterteilen. Jeder Streckenblock wird dabei
am Anfang und Ende durch Signale mit
Zugbeeinflussungsmöglichkeit wie z.B. der Indusi gesichert.
Zusätzlich und unabhängig erfolgt auch eine
ständige Kontrolle des Triebfahrzeugführers mit PZB .
Mit weiter zunehmender Zug-Geschwindigkeit wurde die Zugsteuerung auf
freier Strecke auf eine direkte funkgesteuerte Beeinflussung des
Triebfahrzeugs verlagert. Mit Hilfe von Sende-Kabeln können
kontinuierlich Information auf den fahrenden Zug übertragen
werden. Diese Systeme werden deshalb Linienförmige
Zugbeeinflussung ( LZB ) genannt.
Diese wird übrigens jetzt auch bei U-Bahnen verwendet mit dem
projektiven Ziel der führerlosen U-Bahn.
Indusi
PZB - Punktförmige Zugbeeinflussung
Die Punktförmige Zugbeeinflussung kurz PZB ist ein
Zugsicherungssystem . Mit ihrer Hilfe kann effektiv die Nichtbeachtung
oder Falscherkennung von Signalen durch den Lokführer
verhindert werden.
Technisch besteht die PZB aus streckenseitigen Einrichtungen an den
Signalen und lokomotivseitigen Einrichtungen zwischen denen die
Informationsübertragung im Vorbeifahren geschieht.
Bei dem in Deutschland und Österreich gebräuchlichen
System befindet sich an der Lokomotive eine Sendespule die von einem
Schwingkreis mit den drei überlagerten Frequenzen 500 1.000
oder 2.000 Hz gespeist wird. Im Gleis befinden sich Spulen mit passiven
Schwingkreisen die je nach Funktion auf eine der drei oben genannten
Frequenzen abgestimmt ist.
Bei Überfahrt über einen "scharfen" Gleismagneten
(die Schwingkreise werden fälschlicherweise oft als "Magneten"
bezeichnet) kommt es durch Resonanzwirkungen zu einem Spannungsabfall
im Lokomotivschwingkreis der registriert und verarbeitet wird.
Gleismagneten die nicht "scharf" sind haben kurzgeschlossene
Schwingkreise so dass keine Beeinflussung der Lok erfolgt.
Die Informationen der einzelnen Schwingkreisfrequenzen sind:
-
1000 Hz - Warnung am Vorsignal
Beim Passieren eines Warnung zeigenden Vorsignals erfolgt eine 1000 Hz
Beeinflussung des Lok-Schwingkreises. Der Lokführer muss
innerhalb von 4 Sekunden eine Quittiertaste drücken. Hierdurch
bestätigt er dass er das (Vor-)Signal an dem der Magnet lag
erkannt hat und nun falls erforderlich eine Bremsung einleitet.
Vergisst er diese Bestätigung erfolgt eine Zwangsbremsung des
Zuges.
Zusammen mit der Beeinflussung wird auch ein Countdown
ausgelöst nach dessen Ablauf der Zug eine je nach Zugart
festgelegte Geschwindigkeit unterschritten haben muss sonst erfolgt
auch hier eine Zwangsbremsung.
Kurz vor einem Haltzeigenden Signal wird durch einen 500 Hz Magneten
eine zusätzliche Geschwindigkeitsprüfung
ausgelöst da der Countdown u.U. nicht ausreicht um einen Zug
sicher zum Stehen zu bringen.
Am Haltsignal selbst liegt ein 2000 Hz Magnet der in jedem Fall eine
Zwangsbremsung auslöst um Züge die trotz der beiden
vorherigen Prüfungen doch noch das Signal überfahren
haben rechtzeitig vor dem abzusichernden Gefahrenpunkt zu stoppen.
Erweiterung der PZB-Funktionalität
Das obengenannte Verfahren ist die grundlegende Funktionalität
der PZB um einen Zug vor einem Signal rechtzeitig zum Stehen zu bringen
die fahrzeugseitige Technik wurde 1954 von der damaligen Deutschen
Bundesbahn als Indusi I 54 standardisiert (erste Prototypen der damals
noch als "Induktive Zugsicherung" bezeichneten Technik wurden bereits
in den 30er Jahren entwickelt und im Versuchsbetrieb eingesetzt). Das
System I 54 und dessen Nachfolger I 60 erwiesen sich jedoch
stellenweise als noch unzulänglich so dass im Laufe der Jahre
immer wieder nachgebessert und neue Funktionen integriert wurden:
Indusi I 60R
Während die I 54/60 noch fast ohne elektronische Bauteile
auskam hielt mit der I 60R die Mikroprozessortechnik Einzug in die
Bahnsicherungssysteme. Hierdurch wurde es möglich die
Geschwindigkeit nicht nur zu bestimmten Zeit- bzw. Wegpunkten zu
überwachen sondern kontinuierlich in Form einer Bremskurve
während der Zug sich auf das Signal zubewegt. Wenn diese Kurve
zu irgendeinem Zeitpunkt überschritten wird löst die
I 60R eine Zwangsbremsung aus.
PZB90
Nach schweren Geburtswehen war Mitte der 90er Jahre das neue System
PZB90 fertig das im Netz der Deutschen Bahn AG inzwischen für
alle
schnellfahrenden Triebfahrzeuge vorgeschrieben ist. Neu bei der PZB90
ist ein restriktiver Modus der als Reaktion auf die
Eisenbahn-Unglücke
in Rüsselsheim und Garmisch-Partenkirchen entstand: Hierbei
war es
jeweils zu der Situation gekommen dass ein Zug vor einem roten Signal
am Bahnsteig hielt der Lokführer dann aber das rote Signal
vergaß
beschleunigte und über das Signal hinausfuhr. Der restriktive
Modus
verhindert dies indem er auf besonders niedrige Geschwindigkeiten
überprüft wenn ein Zug auf ein rotes Signal
zufährt und dann anhält.
Der Lokführer darf sich aus dem restriktiven Modus befreien
wenn er die
Grün-Stellung des Signals zweifelsfrei erkannt hat. Ab der
Software-Version 1.6 der PZB90 wurden die
Prüfgeschwindigkeiten
verschärft - statt 95 km/h nach 20 Sekunden müssen
nun beispielsweise
85 km/h nach 23 Sekunden unterschritten sein. Diese neuen
Prüfwerte
wurden aufwändig mit einem Verkehrsfluss-Simulationsprogramm
bestimmt
und sollen einen optimalen Kompromiß zwischen Verkehrsfluss
und
Sicherheit darstellen.
LZB
- Linienförmige Zugbeeinflussung
Die Linienförmige Zugbeeinflussung kurz LZB gehört zu
den auf schnellfahrenden (v > 160 km/h) Lokomotiven eingebauten
Zugsicherungssystemen .
Im Unterschied zur Punktförmigen Zugbeeinflussung
ermöglicht die LZB eine kontinuierliche Überwachung
von Geschwindigkeit und Bremsverhalten. Dies ist notwendig da
Züge die schneller als 160 km/h fahren nicht mehr innerhalb
des Regelbremswegs von 1.000 m zum Stehen gebracht werden
können. Da der Lokführer ab einer Geschwindigkeit von
160km/h nicht mehr auf Halt-Signale rechtzeitig reagieren kann wird der
Zug von einem LZB-Zentralrechner überwacht und bei Gefahr
abgebremst. Die LZB zeigt dem Lokführer die Stellung des
nächsten Signals bzw. den nächsten
Geschwindigkeitswechsel bis zu 10 km (bei manchen Bauarten auch mehr)
im Voraus an. In Verbindung mit der Automatischen Fahr-Bremssteuerung
AFB ist auf diese Weise eine vollautomatische Steuerung des Zuges
möglich. Die Rolle des Lokführers beschränkt
sich dann im wesentlichen auf die eines Beobachters. In einem LZB
überwachten System können Züge in einem
dichteren Abstand fahren.
Die fahrzeugseitige Ausrüstung für den LZB-Betrieb
besteht in Deutschland aus folgenden Komponenten:
-
LZB-Fahrzeugrechner (redundantes 2 von 3 Rechnersystem)
-
Wegsensorik: Wegimpulsgeber/Beschleunigungsmesser
-
Modulare Führerstands Anzeige (MFA)
Streckenseitig werden folgende Einrichtungen benötigt:
-
Linienleiterschleifen im Gleis mit je einem Streckenrechner
-
Zusätzliche LZB-Signalisierung (v.a. Bereichskennzeichen)
Die Linienleiterschleife besteht aus einem Koaxialkabel . Das Kabel
wird als Schleife an einer Schiene und an der Mitte des Gleises
verlegt. Zusätzlich wird die Linienleiterschleife alle 100m
gekreuzt. Dieser Ort wird auch als Kreuzungstelle bezeichnet. Maximal
können 126 Kreuzungstellen pro Linienleiter gelegt werden
wodurch sich eine maximale Linienleiterlänge von 12700m ergibt.
Eine LZB-Strecke besteht aus mehreren nacheinander verlegten
Linienleitern. Der Übergang von einem Linienleiter zum
nächsten wird als BKW (Bereichs-Kennungs-Wechsel) bezeichnet.
Jedem 100m-Sektor wird eine Fahrortnummer zugewiesen (1 bis max. 127 in
der Betriebsart Aufwärtszählend oder 255 bis min. 129
in der Betriebsart Abwärtszählend).
Außerdem dienen die Kreuzungsstellen zur Korrektur von
Wegmessfehlern des Zuges die durch Ortungsfehler der Wegsensorik
entstehen.
Der Zentralrechner und die Fahrzeugrechner sind über
elektromagnetische Kopplung über Linienleiter und
Sende-/Empfangsantennen verbunden.
Aus den vom Zug mitgeteilten Zugdaten dem Streckenprofil und dem
momentanen Zustand der Strecke (Weichen-/Signalstellungen) errechnet
der Zentralrechner für jeden Zug in seinem Bereich
individuelle Informationen (Fahrbefehle) über
Höchstgeschwindigkeit Bremskurven Länge der freien
Strecke Zielgeschwindigkeit sowie weiterer Informationen für
den Lokführer und sendet sie über den Linienleiter an
den Fahrzeugrechner.
Von dem Zentralrechner werden LZB-Telegramme (Aufruftelegramme einer
Länge von 83 5Bit mit einer Übertragungsrate von
1200Bd) zum Linienleiter gesendet. Ein Zug fährt über
eine Voreinstellschleife (50 oder 100m lang) und empfängt
Voreinstelltelegramme. Ab der sich an der Voreinstellschleife
anschließenden Linienleiterschleife wird das
Einfahrorttelegramm vom Fahrzeug empfangen und mittels Antworttelegramm
(41 5Bit mit einer Übertragungsrate von 600Bd) an den
Zentralrechner beantwortet. Worauf dieser beginnt Kommandotelegramme an
diesen Zug zu senden. Das Fahrzeug wechselt in den LZB-Betrieb und
antwortet alle 70ms auf jedes Kommandotelegramm mit einem von 4
möglichen Antworttelegrammen.
ETCS
- European Train Control System
Die Abkürzung ETCS steht für European Train Control
System . Es soll
die Vielzahl der in den europäischen Ländern
eingesetzten
Zugsicherungssysteme ablösen und so eine dichte schnelle und
grenzüberschreitende Zugführung in ganz Europa
ermöglichen. Es soll
mittelfristig im Hochgeschwindigkeitsverkehr Verwendung finden und
langfristig im gesamten europäischen Schienenverkehr umgesetzt
werden.
Seit 2000 wird der Betrieb auf Teststrecken der Deutschen Bahn AG
Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) und Österreichischen
Bundesbahn
(ÖBB) getestet.
Geschichte
Um einen sicheren und reibungslosen Zugverkehr zu
gewährleisten sind
Zugsicherungssysteme notwendig. In Europa haben sich 14 Arten
entwickelt die teilweise nebeneinander und
länderabhängig eingesetzt
werden und untereinander nicht kompatibel sind. Im
grenzüberschreitenden Verkehr müssen daher
Triebfahrzeuge mit einem
oder evtl. mehreren Zugsicherungssystemen des Gastlandes
ausgerüstet
sein. Ist das nicht der Fall muss ein Wechsel des Triebfahrzeuges
vorgenommen werden der zeit- und kostenaufwendig ist.
Aus Bestrebungen zur Verkürzung der Grenzaufenthaltszeiten
entwickelte
sich seit Anfang der 90er das Konzept eines einheitlichen
Zugsicherungssystems. Seit 1996 wurde auf Grundlage der EU-Richtline
96/48 zur Interoperabilität des europäischen
Hochgeschwindigkeitssystems das Zugsicherungssystem ETCS und das
mobilfunkbasierte Kommunikationssystem GSM -R ( Global System Mobile -
Railways ) entwickelt. Die Internationalen Eisenbahnunion ( UIC Union
internationale des chemins de fer ) hat durch das European Rail
Research Institute (ERRI) Spezifikationen für ETCS erarbeiten
lassen.
Seit 1999 wird ETCS von mehreren Bahngesellschaften getestet.
Ziele
Die Einführung des ETCS soll nicht nur die Zugsteuerung und
-sicherung zusammenfassen und intelligenter machen sondern auch
-
Kosten für Instandhaltung und Betrieb von ortsfesten Anlagen
(z.B. Signalen) sparen
-
die Vielzahl nationaler Zugsicherungssysteme im
Hochgeschwindigkeitsverkehr ablösen und dadurch
-
zur Interoperabilität der europäischen
Hochgeschwindigkeitsstreckennetze führen
-
die Streckenkapazität steigern
-
die Streckengeschwindigkeit steigern
Funktion
ETCS übernimmt mehrere Funktionen. Es fasst die bisher
getrennte
Sicherung ( Signale ) und Steuerung ( Stellwerke ) von Zügen
zusammen
indem es
-
die örtliche Höchstgeschwindigkeit
-
die Höchstgeschwindigkeit des Zuges
-
die korrekte Fahrtstrecke des Zuges
-
die Eignung des Zuges für die Strecke und
-
die Einhaltung besonderer Betriebsvorschriften
überwacht und ggf. auf Fehler aufmerksam macht oder regelnd
eingreift.
Diese Informationen werden durch die Bausteine des ETCS verarbeitet:
die Eurobalisen die die Daten an den Zug übertragen das
Eurocap das die
Daten auswertet und via Euroloop oder Euroradio mit dem Leitrechner des
Stellwerks abgleicht.
-
Die Eurobalisen sind punktuelle
Datenübertragungseinrichtungen im Gleis die beim
Überfahren durch den
Zug wie ein Transponder Daten übertragen. Es gibt Balisen die
immer
dieselben festen Daten übertragen und schaltbare Balisen
für
veränderliche Informationen.
-
Das Eurocab ist eine einheitliche Ausrüstung für
Fahrzeuge die aus dem ETCS-Rechner und dem Führerstand besteht.
-
Euroloop ist ein kabelbasiertes Datenübertragungssystem
vergleichbar der Linienzugbeeinflussung . Hier wird ein Kabelleiter in
einer Schleife ins Gleisbett gelegt.
-
Mit Euroradio können der ETCS-Rechner und die Leitstelle
über GSM-R miteinander kommunizieren.
Um den Ansprüchen verschiedener Strecken Nutzungsprofile und
Eisenbahnverwaltungen gerecht zu werden wurden unterschiedliche Stufen
des ETCS definiert die ETCS Level 1 bis 4. Die einzelnen Stufen sind
abwärtskompatibel d.h. Triebfahrzeuge mit Level
3-Ausrüstung können
auch Strecken befahren die nach Level 1 oder 2 ausgerüstet
sind.
ETCS Level 1
Funktionsweise ETCS Level 1
ETCS Level 1 baut auf der vorhandenen Streckeninfrastruktur auf und
ergänzt sie. Die Eurobalisen übernehmen dabei die
Rolle einer
punktförmigen Zugbeeinflussung und übertragen etwa
bei Signalen das
Signalbild (als 'schaltbare Balisen' mit variabler
Informationsübertragung) oder die aktuelle
Streckenhöchstgeschwindigkeit (als Festdatenbalisen). Zum
Unterschied
von einer punktförmigen Zugbeeinflussung wird beim ETCS Level
1 in
jeder Balise ein komplettes Abbild der Gradienten und
Geschwindigkeitsbegriffe hinterlegt und gemeinsam mit einer Movement
Autority an das Triebfahrzeug übertragen. Damit kann das
Fahrzeug
kontinuierlich die Einhaltung der erlaubten Geschwindigkeit
überwachen.
ETCS Level 1 bietet damit die kontinuierliche Zugüberwachung
bei einem
Verkabelungsaufwand der der punktförmigen Zugbeeinflussung
nahe kommt.
ETCS Level 2
Bei Level 2 dienen die Balisen nicht mehr der
Informationsübertragung sondern nur noch der Ortung des Zuges.
Funktionsweise ETCS Level 2
Mittels Dopplerradar am Triebfahrzeugboden und Radimpulsgebern an den
Triebfahrzeugachsen wird der genaue Standort ermittelt die Balisen
dienen nur noch dem Abgleich ("elektronische Der ETCS-Rechner im Zug
gibt den ermittelten Standort per Euroradio an die Streckenzentrale
weiter und diese meldet ihm die notwendigen Informationen über
Fahrt
Halt und Geschwindigkeit zurück. Die Information über
freie
Gleisabschnitte wird weiterhin über ortsfeste Gleisfreimelder
an die
Streckenzentrale übergeben: das Gleis wird in Abschnitte
("Blöcke")
geteilt und der Zug darf in den nächsten nur einfahren wenn
dieser
nicht von einem anderen Zug belegt ist sondern als 'frei' gemeldet ist.
ETCS Level 3
Funktionsweise ETCS Level 3
ETCS Level 3 unterscheidet sich von Level 2 nur durch den Verzicht auf
fest definierte Blockabschnitte. Die Streckenzentrale kontrolliert hier
fließend die Abstände der Züge. Dadurch
sind die Züge unabhängig von
definierten Blockabschnitten und können so
geschwindigkeitsabhängig
dichter hintereinander geführt werden.
Einführung
1999 wurde das von der UIC spezifizierte ETCS auf der Strecke Wien --
Budapest erfolgreich getestet schon davor waren modifizierte nationale
Vorläufer im Einsatz. Folgende Teststrecken wurden
eingerichtet:
-
2000 : FS Firenze Campo di Marte — Arezzo (ETCS Level 1)
-
2000 : DB Halle (Saale) / Leipzig — Jüterbog (ETCS
Level 1)
-
2000 : SNCF Marles-en-Brie — Tournan (ETCS Level 1)
-
2001 : ÖBB Wien — Nickelsdorf (ETCS Level 1)
-
2002 : SBB Zofingen — Sempach (ETCS Level 2; inzwischen
wieder abgebrochen)
-
2003 : DB Halle (Saale) / Leipzig — Jüterbog
— Berlin (ETCS Level 2)
-
2004 / 2005 : SBB Mattstetten — Rothrist (ETCS Level 2;
bislang ohne Erfolg)
Auch in Frankreich Italien Spanien den Niederlanden
Großbritannien und Ungarn wird der Betrieb auf Teststrecken
vorbereitet.
Nach Schätzungen der DB AG wird eine europaweite
Einführung von ETCS
zwischen 15 und 20 Jahren dauern. Man rechnet mit Kosten von rund 500
Millionen Euro allein in Deutschland europaweit mit etwa acht
Milliarden Euro.
Quelle Wikipedia
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